Digitale Geburtsanzeige: Von Kiel nach Niedersachsen und weiter
Durch die digitale Geburtsanzeige arbeiten Kliniken und Standesämter nun zeitsparender. Das Projekt der Landeshauptstadt Kiel dient als Vorreiter und soll zukünftig als Lösung deutschlandweit einsetzbar sein. Auch die GovConnect hat mitgewirkt.
Wird in Deutschland ein Kind geboren, muss innerhalb einer Woche eine Meldung an das zuständige Standesamt erfolgen (vgl. § 20 PStG). Bisher war dies mit erheblichem Aufwand verbunden, da i. d. R. die Geburtskliniken die Geburtsanzeige über Papierformulare an das zuständige Standesamt übermitteln. Die Folge: Ein umständlicher und fehleranfälliger Prozess wird ausgelöst, der bisher viel Zeit benötigte. Im Rahmen des Projektes „Digitale Geburtsanzeige“ wurde durch die Landeshauptstadt Kiel nun die Entwicklung einer komfortablen Lösung angestoßen, die auch von anderen Kommunen nachnutzbar sein soll.
Statt analoger Übermittlung geschieht die Geburtsanzeige hierbei automatisch digital. Der reibungslose, zeitgemäße und effiziente Prozess entlastet sowohl das Klinikpersonal als auch die Standesämter. Laut Hochrechnung der Landeshauptstadt Kiel ermöglicht die digitale Geburtsanzeige einen Zeitgewinn von 7,5 Personentagen pro Monat allein im Standesamt. Dadurch bleibt mehr Zeit für andere Aufgaben, sodass Stresszeiten reduziert werden können.
Ermöglicht wurde die Lösung durch eine Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Kiel, der Vertama GmbH und der GovConnect GmbH.
Der Ablauf ist einfach: Die Geburtsklinik oder eine Hebamme fasst alle medizinischen und verwaltungsrelevanten Daten durch das Klinische Informationssystem (KIS) zu einer digitalen Geburtsanzeige zusammen. Anschließend werden die Informationen mit dem GovManager, der einen unkomplizierten und sicheren Datentransfer ermöglicht, zuverlässig über definierte Zustellungs- und Übertragungswege (OSCI/XTA) verschlüsselt an das Standesamt übermittelt. Alle Daten werden im Auslieferungsformat XPersonenstand in das Fachverfahren AutiSta geleitet, sodass sie direkt weiterverarbeitet werden können. Kliniken und Standesämter können die Informationen so medienbruchfrei austauschen. Dadurch verkürzt sich die Bearbeitungszeit deutlich, denn die eingereichten Daten erreichen strukturiert und vollständig die zuständige Stelle. Der Verwaltungsaufwand wird auf allen Seiten reduziert und Eltern profitieren von einer schnelleren Ausstellung der Geburtsurkunde. Das „Kieler Modell“ steht damit beispielhaft für die Modernisierung des Personenstandswesens in Deutschland.
Inzwischen wird der Roll-out im Bundesland Niedersachsen eingeleitet. Den Anfang machte das Klinikum der Region Hannover (KRH) mit einem Go-Live des ersten Echtbetriebes am 20.11.2025, weitere folgen. Das erste vollständig digital gemeldete Baby stammt damit aus Niedersachsen. Auch Nachfragen aus anderen Bundesländern zur digitalen Geburtsanzeige sind bereits eingegangen.
Die digitale Geburtsanzeige liefert den Grundstein für weitere digitale Personenstandsmeldungen. Im nächsten Schritt soll nun die Sterbefallanzeige vollständig elektronisch abgewickelt werden können.
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